Blogparade: Was diese schreckliche Situation mich gelehrt hat

 

Dieser Blogartikel ist ein Gastbeitrag von Hannah Schulze Bisping, die während des Praktikums bei der Ich-Akademie im Rahmen der Blogparade „Schlechte Situation, guter Ausgang“ diesen sehr persönlichen und emotionalen Beitrag verfasst hat. Herzlichen Dank an dich, liebe Hannah, für deine Offenheit und Inspiration. 

 

Als ich vor einiger Zeit die Einladung zur Teilnahme an dieser Blogparade bekam, habe ich mich total über das Thema gefreut. Jeder von uns war bestimmt schon mal in einer oder vielen blöden Situationen, die am Ende eine tolle Wendung hatten.

Dann, bei genauerem Nachdenken, fiel mir auf:

In meiner persönlichen Lebensgeschichte hat die Situation leider keinen schönen Ausgang angenommen. Dennoch habe ich einige wichtige, wertvolle Learnings daraus ziehen können, wodurch sich eben doch eine positive Seite der Medaille ergeben hat.

 

Ich bin 18 Jahre alt und habe letztes Jahr mein Abitur gemacht. Vor einem Jahr um genau diese Zeit habe ich meine Abiturklausuren geschrieben. Und vor einem Jahr um genau diese Zeit ist mein Vater nach einjähriger Erkrankung seinem Krebsleiden erlegen.

 

Es soll in diesem Blogpost allerdings nicht um die Zeit nach seinem Tod gehen. Auch nicht um die Zeit vor der Diagnose. Sondern um das Jahr dazwischen.

 

Aus dieser schwierigen Zeit habe ich die Erkenntnis mitnehmen können, dass ich nicht alleine bin. Ich habe in diesen Momenten gemerkt, wer meine wahren Freunde sind und wer wirklich an meiner Seite ist. Und das nicht, weil mich einige Menschen stärker unterstützt haben, als andere. Sondern einfach, weil ich gemerkt habe, bei wem ich von mir aus Hilfe und Trost suche. Wen ich an meiner Seite haben wollte. Wen ich ganz besonders brauchte.

 

Aus einem großen Freundes- und Bekanntenkreis kristallisierten sich innerhalb kürzester Zeit die wenigen Menschen heraus, die ich heute noch als meine engsten Vertrauten bezeichnen würde. Ich schätze alle Menschen in meinem Leben sehr, aber es sind eben diese Top 5, denen ich Neuigkeiten zuerst erzählen muss. Denen ich bedingungslos vertraue. Die mir wirklich am Herzen liegen.

pexels-photo-127420

 

Sie haben mir durch die bisher schwierigste Zeit meines Lebens geholfen.

Jeder auf seine eigene Art. Ich bin an diesem Jahr unglaublich gewachsen. Auch, wenn ich schon immer relativ selbstständig und „erwachsen“ war, habe ich mich in dieser Zeit doch nochmal um einiges weiterentwickelt.

Obwohl in dieser Situation verständlicherweise eigentlich nichts Besonderes von mir erwartet wurde, wollte ich trotzdem alles geben. Ich wollte mein Abitur trotzdem erfolgreich abschließen. Ich wollte trotzdem ein ganz normales Leben führen. Ich wollte stark sein und alles genauso schaffen wie vorher. Oder sogar noch besser werden.

Das hat eine Zeit lang gut funktioniert, aber irgendwann hat mich die Realität eingeholt. Ich habe gelernt, dass ich auch unter extremen Bedingungen gute Leistungen erbringen kann. Jedoch auch, wann die Grenze meiner Kapazitäten erreicht ist.

Ab diesem Zeitpunkt habe ich dann die Erkenntnisse gesammelt, die wirklich von Bedeutung sind: Ich habe gelernt, empathisch zu sein. Aus einem frechen, vorlauten Teenager wurde ein verständnisvoller, harmoniebedürftiger Menschenfreund.

 

„Everyone has a chapter they don’t read out loud.

Everyone fights a battle you know nothing about. Be kind, always.“

– Mein neues Credo

hot-air-balloon-valley-sky-99551

Und auch, wenn viele wegen meiner offenen, fröhlichen Art nicht denken würden, dass ich bereits einen derartigen Schicksalsschlag durchleben musste, hat mich diese Episode meines Lebens dennoch stark geprägt. Irgendwo bin ich sogar dankbar für das, was mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin. Und ja, auch mit meinen jungen 18 Jahren kann ich das beurteilen.

Natürlich würde ich – wenn ich die Wahl hätte – jederzeit alle Learnings und positiven Veränderungen meiner Persönlichkeit gegen meinen Papa eintauschen. Aber leider habe ich eben diese Wahl nicht. Und deshalb bleibt mir nur, meinen positiven Blickwinkel auf die Welt zu erhalten.

Aus mir ist eine Optimistin geworden.

Diese Zeit hat mich unglaublich gestärkt und reifer werden lassen. Ich weiß, wer die Menschen in meinem Leben sind, die ich wirklich brauche. Ich habe mehr Verständnis und Empathie für andere. Und ich weiß ein kleines Stückchen mehr, wer ich bin – das ist in meinem Alter sehr viel wert.

 

Also hat auch meine schlechte Situation irgendwo einen guten Ausgang. Es kommt auf die eigene Sichtweise an. Ich kann jeden Menschen nur immer wieder ermutigen, positiv auf sein Leben zu blicken. Nur du selbst hast es in der Hand – es hängt von deiner Einstellung ab. Mach das Beste draus!

No Comments

Post a Comment

ARE YOU READY? GET IT NOW!
Increase more than 500% of Email Subscribers!
Your Information will never be shared with any third party.